Sebastian Hagengruber


Sebastian HagengruberSeine Lebensgeschichte ist fast filmreif: Es war einmal ein junger Handwerksgeselle aus dem Bayerwald, der sich als Schreiner seinen Lebensunterhalt verdiente und die Freizeit seinen beiden großen Hobbys Sport (Skifahren, Snowboarden, Fußball, Schwimmen...) und Musik widmete – Aus, Amen.
Bis dahin ziemlich unspektakulär – bis er im Jahre 2001 unglücklicherweise bei einem Baustelleneinsatz als Glaser sechs Meter in die Tiefe stürzte und auf einer Betonmauer landete. Der Sturz hätte tödlich sein können, aber zum Glück war "nur" sein Fuß komplett zertrümmert. Ein ganzes Jahr war er außer Gefecht und beschloss dabei so für sich, nun die Musik zu seiner Lebensmitte zu machen. Und das hat er auch geschafft. Die Berufsfachschule für Musik in Plattling war der Anfang dieses neuen künstlerischen Weges. Zehn Jahre nach diesem Baustellenunglück liest sich die Liste seiner Lehrer und Mentoren fast wie die Gästeliste einer internationalen Musikpreisverleihung:

  • Roger Cicero
  • Bassist TM Stevens (arbeitete mit zahlreichen Künstlern wie James Brown, Joe Cocker, Tina Turner, Billy Joel, Miles Davis)
  • Markus Wienströer (Gitarrist bei Helmut Zerlet und Westernhagen)
  • Alex Vesper (Drummer bei DJ Bobo und Lena Meyer-Landrut)
  • Wolf Simon (Drummer bei Tic Tac Toe, Musical Director bei Tabaluga und Lilli)
  • aktuell Gesangunterricht bei Professor Sascha Wienhausen (Rektor und Leiter der German Musical Academy in Osnabrück)

Noch eine Anekdote: Sebastian wollt sich mal eine Visitenkarte drucken lassen, auf der steht, was er alles macht – was leider daran scheiterte, dass am Ende sein Name nicht mehr Platz hatte. Darauf sollte nämlich zu lesen sein:

- Gesangslehrer, Skilehrer, Snowboardlehrer, Schwimmlehrer, Schreiner, Glaser, Hobbyzimmerer und -fliesenleger, Hausmeister, Sänger, Tänzer, Gitarrist, Trompeter, Hornist, Blockflötist, Fußballer, Inlineskater, Bogenschütze.

Kurz: der sportlichste Profimusiker, den wir kennen!

 

 

Hier ein kleines Interview mit unserem Hauptdarsteller:

Sebastian Hagengruber

 Was ist seine Aufgabe in Oschnputtl? Ich hab die ehrenvolle Aufgabe, gleich zwei Rollen auf einmal zu spielen, das da wären der Postbote im ersten Teil und die Rolle des Prinzen Ferdinand (auch "Ferdl" genannt) im zweiten Teil.

 Hat Sebastian eine musikalische Ausbildung? Jawohl, angefangen hat alles bei meiner Oma: mit ihr hab ich in der Küche zahlreiche Tonaufnahmen (Kassetten!!!) gemacht und die ersten Gesangstunden beim „Hooreidrahn“ (zu deutsch: „Oma Lockenwickler in die Haare drehen“ – Anmerkung der Redaktion) bekommen. Mit 6 Jahren fing ich an mit Blockflötenunterricht, das ja jeder irgendwann und irgendwie mal gemacht hat – nur ich spiele es heute noch. Mit 9 Jahren nahm ich Trompetenunterricht bei der Stadtkapelle Viechtach, wo ich elf Jahre Trompeter war. Mit 16 fing ich an, Gitarre zu spielen und entdeckte mein Talent für Gesang neu. Nach einigen Jahren in verschiedenen Chören und Ensembles fing ich nach einem Arbeitsunfall an der Berufsfachschule für Musik in Plattling an. Dort machte ich eine dreijährige Ausbildung im klassischen Gesang mit pädagogischer Zusatzqualifikation. Tja, und nun bin ich beim Musikstudium gelandet, am Hochschulinstitut für Musik in Osnabrück mit dem Hauptfach Gesangspädagogik für Popularmusik, das ich im Jahre 2012 – so Gott will – erfolgreich abschließen werde!

 Musik als Beruf oder Hobby? Beruf! (Kratzt sich am Kopf und fragt „wos is jetzt eigentlich mei Hobby?“)

 Gibt es andere erwähnenswerte Projekte? Neben Unterrichten und Soloauftritten konzentriere ich mich momentan aufs Studium und das Erbsen-Musical.


Sebastian Hagengruber Was waren die Höhepunkte bisher? 
Die Arbeiten am Landestheater Niederbayern, die Hauptrolle bei „Tanz der Vampire“ als Graf Krolok, Hot´n Gospel Chor in Osnabrück und der Unterricht bei Roger Cicero.

 Wie soll’s weiter gehen? Geplant ist eine Akustik Band, ein A-Capella-Ensemble, Gesangs- und EMP-Unterricht und ein Chortreffen.

 Wie würdest du deine Rolle beschreiben? Ich habe ja zwei sehr unterschiedliche Rollen, die aber beide eines gemeinsam haben: als erstes wäre da der Postbote der ja immer a bissl schimpft weil er so viel Post tragen muss und das eigentlich gar nicht machen will. Als zweites der Prinz, der gar nicht heiraten will und lieber Junggeselle bleiben möchte!

Fazit: Bloß koan Stress! (Ob der Tom de Rollen auf mich geschrieben hat?)

 

 

 Sebastian Hagengruber als Prinz Ferdinand