Claudia Staudigl

Claudia StaudiglAls „waschechten Moosbüffel“ bezeichnet sich Claudia Staudigl aus Kemnathen selbst – und sorgt damit erst mal für Verwirrung. Weder im Duden noch im Brockhaus kann man einen entsprechenden Eintrag finden, denn die Erklärung ist so einleuchtend, dass sie in kein Wörterbuch muss: Mit „Moosbüffel“ bezeichnet man gerne die Oberpfälzer im Allgemeinen, denen man nachsagt, dass sie sehr stur seien. Sie haben eine fundierte Meinung, einen festen Standpunkt, und beharren – wenn nötig – hartnäckig darauf. Wer jemals versucht hat, einen echten Büffel aus dem Stall zu schieben, weiß, wovon hier die Rede ist.

Und wenn er sich etwas vorgenommen hat, dann setzt er alles daran, dieses Ziel auch zu erreichen. So wie Claudia, die ab dem Frühjahr 2014 die Rolle der Vanessa Stief mit übernehmen wird. Dabei sah es für die Absolventin der Akademie für Darstellende Kunst in Regensburg lange Zeit so aus, dass sie erst mal auf keiner Bühne mehr stehen würde: 2012 hatte sie sich einen komplizierten Oberschenkelhalsbruch zugezogen, die Genesung zog sich hin. Trotzdem bewarb sie sich bei Oschnputtl – und setzte sich, noch mit Schrauben im Bein, beim Vorspiel durch.

Doch nicht nur das: Auch gesanglich kann die selbstständige Visagistin und Kosmetikberaterin voll überzeugen. Für ihre Mittelalter-Band Narrenspiel schreibt sie als Sängerin auch Texte, zuvor war sie im Kirchenchor und in der Berchinger Schulband Centar Duga aktiv. Dabei organisierte sie Sammlungen für ein Waisenhaus in Bosnien-Herzegowina mit, dem diese auch persönlich übergeben wurden. Eine Erfahrung, die Claudia bis heute – trotz der Verständigungsschwierigkeiten – nicht missen möchte.

Tobt sich gerne kreativ aus: Claudia StaudiglMusik und Schauspiel sind ihr, so scheint es, allein nicht genug. Das erkennt man auch an ihren zahlreichen Hobbys: Schreiben, Zeichnen, Schminken und „Lachen“ zählt Claudia auf, schließlich „noch mehr Lachen“ und generell „sich kreativ austoben“. Kurz stutzt man dann aber doch: Auch „Zumba“, ein lateinamerikanisches Aerobickonzept, und Yoga finden sich auf der Liste. Denn das wiederum, ja das, hätte man bei so einem waschechten Moosbüffel eigentlich gar nicht erwartet.



 



Hier ein kleines Interview mit unserer Darstellerin:

Claudia Staudigl als Stiefschwester VanessaWas ist deine Aufgabe in Oschnputtl?

Ich darf als böse Stiefschwester Vanessa das Oschnputtl tyrannisieren. Die Rolle ist super. Endlich werd' ich fürs in der Nase Popeln und blöd Schauen belohnt. Das kann auch nicht jeder von sich behaupten.

Hast du eine musikalische Ausbildung?

Gesangsunterricht habe ich seit meinem 16. Lebensjahr und auch im Rahmen meiner Schauspielausbildung an der Akademie für darstellende Kunst in Regensburg standen Stimme und Gesang für mich immer im Vordergrund.

Musik als Beruf oder Hobby?

Ein Hobby, das ich zum Beruf machen möchte. Auch wenn ich mir (noch) nicht zutraue, von der Kunst allein zu leben, ist sie für mich mehr als nur ein Hobby.

Gibt es andere erwähnenswerte Projekte?

Wenn ich nicht mit den anderen Stiefs auf der Bühne stehe, bin ich als Sängerin der Band Narrenspiel aus Regensburg unterwegs. Das ist ein ganz anderes Setting als bei Oschnputtl: Wir haben uns rockigem Folk-Metal und dem düsteren Mittelalter verschrieben. Und dann wäre da noch Fluid Light, ein Projekt, das ich mit meinem Freund betreibe. Wir machen außergewöhnliche Fotos, bei denen meist das Make-up im Vordergrund steht. Ich schminke (oder stehe gelegentlich auch Modell), er fotografiert. Unser Motto: "Schönheit ist abhängig vom Licht, in dem wir sie betrachten."

Was waren die Höhepunkte bisher?

Die Rolle der Vanessa überhaupt zu bekommen, war für mich schon ein Höhepunkt. Nach einem Oberschenkelhalsbruch vor zwei Jahren war ich praktisch zur Untätigkeit verdammt. Der Heilungsprozess war kompliziert und hat lange gedauert. Erst Anfang 2014, als ich mich schon um die Rolle beworben hatte und es galt, andere Konkurrentinnen auszustechen, stand mit der Metallentfernung die hoffentlich letzte Operation in dieser Hinsicht an. Danach musste ich noch ganze sechs Wochen mit Krücken laufen. Obwohl ich meine Chancen deshalb nicht sonderlich hoch eingeschätzt habe, habe ich um die Rolle gekämpft. Aber es hat sich ja gelohnt.

Absolventin an der Schauspielschule: Claudia StaudiglWie soll’s weiter gehen?

Das wird sich zeigen. Nach meiner Genesung steht erst mal eine berufliche Umorientierung und Umschulung auf dem Plan. Neben Oschnputtl habe ich eine Tätigkeit als Industriekauffrau ins Auge gefasst. Auch mein Job als selbstständige Kosmetikberaterin und Visagistin soll nicht zu kurz kommen. Aber wenn sich mir die Chance bietet, mich gesanglich und schauspielerisch noch weiter zu entwickeln und - Oschnputtl sei Dank - weitere Engagements ins Haus flattern sollten, dann bin ich die Letzte, die nein sagt.

Wie würdest du deine Rolle beschreiben?

Vanessa weiß mit den Gemeinheiten ihrer Schwester und ihrer Mutter gar nicht so viel anzufangen. Sie macht halt mit, weil's Spaß macht und weil sie gerne so wäre wie Elvira. Die ist in vielerlei Hinsicht ihr Vorbild. Sonderlich konsequent ist sie beim Nachahmen aber nicht. Wenn es ihr zu langweilig oder zu anstrengend wird, landet der Finger doch wieder in der Nase.