Franz Aichinger


Franz Aichinger

Dass Theater auch weh tun kann, wusste bereits Friedrich Schiller. Auf der „Schaubühne“, so schrieb er 1784, würden zwar menschliche Tugenden ausgestellt, aber auch Torheiten, Laster und Leiden. Franz Aichinger hat sich, über 200 Jahre nach Schiller, diese Lehren offenbar sehr zu Herzen genommen. Bei einer Aufführung von Mitch Leighs Der Mann von La Mancha mit dem Burgtheaterverein Mitterfels spielte er in der Hauptrolle des Cervantes eine Ohnmacht so gnadenlos überzeugend, dass er mit voller Wucht auf eben die Bretter krachte, die für ihn die Welt bedeuten. Ein Bühnenpartner hatte es schlicht versäumt, ihn wie vereinbart aufzufangen. Was solls, dachte sich Franz da. The show must go on. Persönliche Befindlichkeiten werden da gerne hinten angestellt.

 

 Dass es darüber hinaus zu keinen weiteren Unfällen mehr kam, ist schwer zu glauben – zu vehement und voller Energie verfolgt Franz die Schauspielerei. Wie wäre es sonst zu erklären, dass er fast nonstop auf verschiedenen Bühnen steht – und das meistens als Hauptrolle. Neben dem bereits erwähnten Mann von La Mancha hat Franz etwa auch den Räuberhauptmann aus Das Wirtshaus im Spessart, Henry Higgins in My Fair Lady oder bei den Straubinger Agnes Bernauer-Festspielen auch Herzog Albrecht III. verkörpert.

 

 Diese Reihe an dramatischen Persönlichkeiten wird nun ergänzt vom Alten Täuberich aus Oschnputtl, den Franz ab Frühjahr 2014 mit übernimmt. Für ihn kein Problem, kennt er die meisten Auftrittsstätten und Kleinkunstbühnen, auf denen Oschnputtl zu sehen ist, ohnehin schon aus früheren Engagements. Darüber hinaus ist er beim Film tätig und ist in kleineren Sprech- und Komparsenrollen, z. B. in Marcus H. Rosenmüllers Wer's glaubt wird selig oder Markus Gollers Eine ganz heiße Nummer (1,2 Mio. Kinogänger!), zu sehen. Der zweifache Familienvater ist also künstlerisch ähnlich breit aufgestellt wie sein großes Vorbild, der österreichische Entertainer Peter Alexander.

 

 Denn singen kann der gelernte Einzelhandelskaufmann natürlich auch. In der Schule war er zunächst immer der, „der sich was traut“. Heute trainiert er seine Stimme in einem gesunden Mix aus Gesangsunterricht (etwa bei Klaudia Salkovic-Lang und Stephanie Lorenz) und praktischer Erfahrung bei SKYLINE (von 2003 bis 2007), den Donnervögeln oder der Kirchenband Santamente in einem fort. Und für all jene, die meinen, als Alter Täuberich müsste man ja eh nur Leberkas reinschaufeln können: Probiert es aus! Die wenigsten werden es so gut wegstecken wie der ehemalige begnadete Volleyballspieler Franz, der wieder einmal dahin geht, wo es weh tut. Bei den Unmengen bleibt ihm ja auch gar nichts anderes übrig.

 

Das Allroundtalent Franz Aichinger

Hier ein kleines Interview mit unserem Darsteller:

Was ist deine Aufgabe bei Oschnputtl? Ich spiele den "alten Täuberich" was mit knapp über 30 Lenzen schon eine Herausforderung ist. Er ist der Mann für's Grobe. Sei es im Auftreten, im Umgangston seinem Täubchen gegenüber und beim Abkassieren der Kunden. Allerdings nicht beim Leberkäse: "Des muaß a feiner sei..."

Hast du eine musikalische Ausbildung? Da ich keine Noten lesen kann bin ich schon immer auf mein musikalisches Gehör angewiesen. Mit 15 brachte ich mir die Gitarre schließlich selbst bei und zupfe auch gerne am Bass und haue auf dem Schlagzeug rum. Seit ich denken kann singe ich gerne und leidenschaftlich. Coaching bekam ich dabei von Klaudia Salkovic-Lang, Stephanie Lorenz und Max Uttendorfer sowie Spracherziehung von Julia Ihle.

Musik als Beruf oder als Hobby? Von Beruf Musiker zu sein könnte ich mir trotz meiner Begeisterung und Liebe dazu nicht vorstellen. Ich fühe mich als Semi-Profi sehr wohl und überlasse das den "richtigen" Profis.

Gibt es andere erwähnenswerte Projekte? Seit 2012 bin ich Frontmann und Sänger der Straubinger Partyband Donnervögel und der Kirchenband Santamente. Außerdem gehöre ich der Straubinger Volksbühne an und führe Regie bei meiner eigenen, freien Theatergruppe Franz Aichingers Theaterfreunde und den Burgfestspielen in Haibach. Ansonsten habe ich noch in einem Kinowerbespot für die Wochenblatt-Gruppe mitgespielt, der bayernweit und sogar in Teilen Österreichs zu sehen ist.

Was waren die Höhepunkte bisher? Jedes einzelne Projekt kann ich als neuen Höhepunkt bezeichnen. Meine persönlichen Highlights waren "Der Mann von La Macha" und "My fair Lady" beim Burgtheaterverein Mitterfels sowie das Musical "Nostradamus" und natürlich die "Agnes Bernauer Festspiele" in Straubing und meine Rolle in "Wenn schon, denn schon..." bei der Straubinger Volksbühne.

Wie soll es weiter gehen? 
Allen voran möchte ich gesund bleiben und weiterhin Zeit für meine Hobby haben. Natürlich freue ich mich über die Aufgabe bei "Oschnputtl" und die neuen, lieben Kollegen. Außerdem möchte ich mit den "Donnervögel'n" noch viele Bühnen rocken und gerne noch bei interessanten Theatern und Musicals mitspielen oder Regie führen. 

Wie würdest du deine Rolle beschreiben? Eigentlich is er garnet so z'wider.

Ein Showman durch und durch