Julia Hofstetter

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In den heiligen Hallen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, unweit des Münchner Hofgartens, sitzt auch die sogenannte "Kommission für Mundartforschung". Die hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die bayerischen Dialekte zu erforschen - und es würde wohl in nächster Zeit viel Arbeit auf sie zukommen, wäre da nicht Julia Hofstetter, die selbst die schwierigsten Begriffe ganz unwissenschaftlich, prägnant und selbst für Nicht-Bayern verständlich auf den Punkt bringen kann. Zum Beispiel "botschad", das beschreibt sie treffend als "Verbindung aus Ungeschicktheit und Niedlichkeit". 

Aber was ist denn nun eigentlich „botschad“? So bezeichnete Julia einst die Rolle des Jungen Täubchens – eben die, die sie von nun an bei Oschnputtl übernehmen wird. Kurzzeitig wurde im Team daraufhin überlegt, die Kommission für Mundartforschung generell zur Beratung mit ins Boot zu holen, schließlich ist Julia, die aus Heinrichskirchen bei Rötz stammt, das erste Mitglied der Truppe, das aus der Oberpfalz kommt. Bei sonst nur Niederbayern im Team kann es da schon zu Verständigungsschwierigkeiten kommen, so die Sorge. Diese Bedenken wurden aber schnell zerstreut. Es mag in Heinrichskirchen „zwar mehr Kühe als Menschen geben“ (Zitat), Julia „bellt“ aber gar nicht so, wie man das den Oberpfälzern manchmal gerne unterstellt, und wurde in Windeseile im Team aufgenommen und ins Herz geschlossen.

Eines Tages war der gelernten Bankkauffrau die Raiffeisen-Band nicht mehr genug. Sie kündigte ihren Job, um ihren großen Traum von einem Leben als Sängerin zu verfolgen. Nächste Station war dann das Music College in Regensburg - und heute singt sie mal auf Hochzeiten, mal auf Volksfesten und auch schon mal auf dem Münchner Oktoberfest. Nach der Ausbildung in Gesang und Klavierspiel dort darf sie sich nun „Staatlich geprüfte Ensembleleiterin im Fachbereich Jazz/Rock/Pop“ nennen. Darüber hinaus strebt sie auch ein drittes Jahr am College und eine pädagogische Zusatzqualifikation an.

tl_files/Daten-Oschnputtl/Bilder/Darsteller/julia_effekt.pngJulia ist sehr aktiv als Sängerin und arbeitet als Lehrerin für – unter anderem – Musical-Gesang. Das passte schon mal zu Oschnputtl, aber auch davon abgesehen ist sie die ideale Besetzung für die Rolle der Handwerksgehilfin, da sie genauso dynamisch und ein ähnlich begeisterungsfähiger Wirbelwind ist. Die zwei linken Hände hat Julia aber nicht mit ihrer Rolle gemeinsam: In ihrer Freizeit malt sie gerne mit Ölfarben, bastelt, häkelt, kocht, backt, tanzt, läuft, reitet und schreibt ihre eigenen Songtexte – von nachdenklich bis lustig, immer auf Bayerisch, ist alles dabei. Anders als ihr Alter ego im Stück verfügt Julia auch nicht über die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs, sondern zieht diese Sachen durch und verfolgt ihre Interessen leidenschaftlich.

Dazu passt auch, dass sie als musikalisches Vorbild übrigens die US-amerikanische Sängerin Beyoncé Knowles angibt, die (O-Ton Julia) „singt wie eine Göttin und tanzt wie eine Verrückte“. Inwieweit Julia ihre Vorliebe für die Soul-Diva mit der Rolle als an und für sich ja eher etwas hüftsteifes Junges Täubchen übertragen kann, mag der eine oder andere fragen? Glaubt uns: Es geht, es geht sogar sehr gut. Ab September 2013 können sich interessierte Musicalbesucher davon überzeugen.


Hier ein kleines Interview mit unserer Darstellerin:

Was ist deine Aufgabe bei Oschnputtl? Ich spiele das junge Täubchen von der Firma "Täubchen&Täubchen Co.KG" oder "...GmbH.."

Hast du eine musikalische Ausbildung? Ja, ich habe, wie wahrscheinlich jeder Musiker, schon in meiner Kindheit mit Blockflöten- und Keyboardunterricht begonnen und erste Auftrittserfahrungen im Kinderchor gesammelt. Später im Jugendalter hatte ich dann zwei Jahre klassischen Gesangsunterricht bei Manfred Seiz, dann folgte moderner Gesangsunterricht bei Markus Engelstädter. Ab dann gab's viele verschiedene Auftritte in Bierzelten, bei Openairs, auf Faschingsbällen, mit Blaskapellen, in Bands, auf Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und und und. Letztendlich brachte mich das dazu, meinen Job bei der Bank zu kündigen und eine professionelle Ausbildung am Regensburger Music College in Angriff zu nehmen. 2013 mache ich dort meinen Abschluss als – aufgepasst! – "Staatlich geprüfte Ensembleleiterin im Fachbereich Jazz/Rock/Pop". (Lacht.) Ein Jahr hänge ich dann aber noch dran und mache eine pädagogische Zusatzqualifikation.

Unser neues Junges Täubchen JuliaMusik als Beruf oder als Hobby? Als Beruf! Hobby war es zuerst, aber die Leidenschaft zur Musik wurde größer und das Verlangen, Musik hauptberuflich zu machen, auch! Ich hab da einen Grundsatz: Ich will mir nicht irgendwann einmal mit 40 Jahren vorwerfen, dass ich es nicht zumindest versucht hätte! Ich habe ja bereits meine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung - was soll also passieren? Klappt's mit der Musik als Beruf nicht, dann wird sie halt wieder zum Hobby umfunktioniert.

Gibt es andere erwähnenswerte Projekte? Seit diesem Jahr singe ich bei der Formation Rooty Blue - einer Jazz/Latin/Soul-Band aus Regenstauf. Es sind alles leidenschaftliche Musiker, die es sich zur Hauptaufgabe erklärt haben, in dieser Band entspannende Klänge und Musik mit Easy-Listening-Charakter zu bieten. Außerdem gestalte ich gemeinsam mit Theresa Frischholz am Klavier kirchliche Hochzeitsfeiern. Ansonsten helfe ich oft bei Bands aus, wenn gerade Not am Mann ist, etwa den LOOPS oder den Stoned Marmalades. Das reicht solange auch mal – sonst würde ich ja mit dem "Oschnputtl" gar nicht mehr über die Runden kommen. (Lacht.)

Was waren die Höhepunkte bisher?  Auf dem echten Oktoberfest in München war ich dieses Jahr zum ersten Mal im Einsatz, mit den Plattlinger Isarspatzen. Im Hofbräuzelt konnte man uns da begutachten.

Wie soll's weiter gehen? Gute Frage! Erst einmal das dritte Jahr am College abschließen, dann nimmt natürlich ab jetzt auch "Oschnputtl" großen Raum bei mir ein. Ich freue mich schon so riesig darauf, seitdem mich Tom Bauer das erste Mal kontaktiert hat. Dann hab ich natürlich auch noch meine Gesangsschüler und die anderen Projekte. Fürs Erste ist also jetzt genug zu tun. Und dann, wie der Bayer so schön sagt, "schauma halt amal"...

Wie würdest du deine Rolle beschreiben? Oh je oh je, meine Rolle, ja, das muss ich leider ehrlich sagen, die passt schon wie die Faust auf's Auge! (Lacht.) Quirlig, aufgedreht – vielleicht sogar manchmal auch überdreht, lebhaft und ein bisschen "botschad", womit ich diese Verbindung aus Ungeschicktheit und Niedlichkeit meine. Ich liebe meine Rolle, weil ich mich auch gern mal a bissal zum Affen mache und selber gern über mich lache.

Hier geht's zu Julias eigener Homepage

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