Lisa Meißner


Lisa Meißner

Was für ein schlimmer Haufen ist eigentlich diese Familie Stief? Verschlagen und hantig die Mutter, arrogant und böse Tochter Elvira. Und die andere Tochter, Vanessa, grobschlächtig und halt auch nicht die Gescheiteste, ist eigentlich noch die sympathischste von den dreien. Welche Schauspieler spielen solche Rollen denn freiwillig, will man da fragen.

Trifft man Lisa Meißner, lernt man aber sofort: Nicht immer wird eine böse Hexe auch von einer gespielt. Die Menschen vor und hinter der Bühne haben oft nicht viel miteinander gemein. Lisa ist seit dem Frühjahr 2015 in der Rolle der Vanessa Stief zu sehen. Ihre fiese Ader lebt sie nur auf der Bühne aus. Sie übernimmt ihren Part im trio infernale der Familie Stief, die in den Alltag der Puttls walzt wie eine Lawine ins Blumenbeet.

Steigt Lisa von der Bühne, sieht das aber anders aus. Nach einer Ausbildung zur Erzieherin arbeitete sie zehn Jahre im Kindergarten und unterrichtete musikalische Frühförderung. Im Januar 2015 wechselte sie an die Schule der Lebenshilfe Landau und arbeitet mit geistig behinderten Menschen. Wenn es darum geht, einen Zugang zu den Schülern zu finden, helfen ihr am meisten Musik und Gesang. "Es ist immer wieder schön und rührend zu sehen, dass jeder Mensch von Musik fasziniert und berührt ist", sagt Lisa.

Welche Musik sie am meisten mag, kann sie gar nicht sagen. Freude und Enthusiasmus, das sei das Wichtigste. Sie hört alles gerne und macht das meiste mit. "Von der Stilrichtung geht's vom Woodstock der Blasmusik über ACDC-Konzerte bis hin zu Klassik am Odeonsplatz", erklärt Lisa. Außerhalb von Oschnputtl singt sie im A capella-Ensemble TonArt auf Hochzeiten, Geburtstagen und Firmenfeiern.

Die Liebe zur Musik rührt von ganz weit her. So erinnert sich Lisa daran, dass sie schon als kleines Kind vom Knistern und Knacksen der Schallplatten begeistert war. Zum wilden Tanzen, lauten Mitsingen und zur Aufnahme mit dem Kassettenrecorder war es dann nur noch ein kleiner Schritt. Auch ein ständig singender Opa beförderte die Vorliebe. Zu jeder Gelegenheit schmetterte er Seemannslieder. Vielleicht ist davon ja auch bei Lisa etwas hängen geblieben. Und vielleicht muss das Musical ja einmal darauf zurückgreifen, ja vielleicht, in ganz ganz ferner Zukunft vielleicht.

 

Stiefschwester Vanessa: Lisa Meißner

Hier ein kleines Interview mit unserer Darstellerin:

Was ist deine Aufgabe bei Oschnputtl? Ich darf die naiv-böse Stiefschwester Vanessa spielen und somit Oschnputtl das Leben schwer machen. Eine Rolle, in der man sich nach Herzenlust so verhalten darf, wie man es sonst niemals dürfte, popeln inklusive.

Hast du eine musikalische Ausbildung? Mit etwa 15 Jahren habe ich begonnen, Gesangsunterricht in der Musikschule Dingolfing zu nehmen. Über sieben Jahre lang hat mir meine Gesangslehrerin Gabriele Ebertseder beigebracht, meine Stimme richtig einzusetzen. Sie hat mir gezeigt, mit welchen Techniken ich noch mehr aus meinem Gesang rausholen kann. Was Rhythmus und Tanz angeht, konnte ich mich im Garde- und Showtanz bei der Narrenhochburg Teisbach ausleben.

Musik als Beruf oder als Hobby? Musik ist in Form von Gesang und Tanz schon lange Teil meines Lebens. Für mich ist es ein Hobby, das mir Spaß macht und immer wieder neue Herausforderungen und Überraschungen mit sich bringt.

Gibt es andere erwähnenswerte Projekte? Ich singe im A-cappella-Ensemble TonArt aus Dingolfing. Zu siebt interpretieren wir alte und neue Songs nach unserem Stil und verzichten dabei völlig auf Instrumente.

Was waren die Höhepunkte bisher? Natürlich waren die gut besuchten Konzerte von TonArt ein Höhepunkt für mich. Die Herausforderung und die Chance, im Erbsenmusical dabei zu sein, stellen für mich jedoch definitiv das größte Highlight dar. Ich freue mich wahnsinnig, „ein Teil vom Märchen“ zu sein.

Wie soll es weiter gehen? 
Ich konzentriere auf musikalischem Gebiet nun erst mal voll und ganz auf das Musical. Meinem ersten Auftritt blicke ich mit ordentlich Kribbeln im Bauch entgegen.

Wie würdest du deine Rolle beschreiben? Vanessa ist in erster Linie naiv, ich würde sogar sagen dümmlich. Sie steht unter dem Scheffel ihrer Mutter und ihrer Schwester Elvira. Kleinstes Aufbegehren wird sofort im Keim erstickt. Sie ist beeindruckt vom fiesen Ideenreichtum ihrer Schwester und eifert ihr nach. Vanessas Lieblingsgetränk ist der Latte Maggiore. Sie will und kann sich so gar nicht benehmen wie eine vornehme Dame und verfällt immer wieder in ihr tollpatschiges Verhalten. Auf Bayerisch könnte man vielleicht sagen: Sie ist eine "dodschige Bissguaggn“.