Ein Arbeitstier und Gentleman

Honoratioren mit PreisträgerVon Moosfürth nach Dingolfing sind es knappe 26 Kilometer, zu Fuß benötigt man dafür zwischen fünf und sechs Stunden – im Fall von Tom Bauer hat die Reise ein bisschen länger gedauert, nämlich knappe drei Jahre. So lange ist es nun schon her, dass er an seinem Schreibtisch zur legendären Skype-Konferenz einlud, um einer Handvoll Freunden die ersten Ideen zu einem "etwas größeren" Musicalprojekt vorzustellen. Die wenigen Eingeweihten, darunter etwa auch schon Eva Petzenhauser und Sebastian Hagengruber, waren begeistert und ermunterten Tom dazu, das Thema weiterzuverfolgen.

 

Das etwas größere Projekt ist nun schon seit über einem Jahr auf Tournee, meistens ausverkauft, unter anderem zum Beispiel im renommierten Münchner Schlachthof. Es ist also doch etwas größer geworden, als sich das auch Tom wohl am Anfang vorgestellt hatte. Am vergangenen Montag kam die Reise zu einem vorläufigen Höhepunkt, eben in Dingolfing, aber nicht irgendwo: nein, im Landratsamt. Landrat Heinrich Trapp überreichte dem findigen Flurbereinigungstechniker dort den Kulturpreis des Landkreises, neben der Dingolfinger Kulturinitiative kulturini und dem Künstler Thomas Kinzel.

 

Tom mit AnhangSeit 1990 wird der Kulturpreis an Personen vergeben, die sich "durch ihr künstlerisches Werk hervorragende Verdienste um das kulturelle Leben im Landkreis erworben haben." Einmal im Jahr verwandelt der "niederbayerische Gentleman" (Trapp) Landau und Dingolfing in Musicalhauptstädte, so dass die Vergabe diesmal sehr nahe lag. Seine zahlreichen Kabarett-Lesungen mit den GRIMMinellen G'schichten haben Tom Bauer mittlerweile aber auch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt gemacht, was schon durch die Laudatoren deutlich wird. Musste Toni Lauerer leider noch kurzfristig absagen, sprang sogleich ebenbürtiger Ersatz ein: Matthias Maier vom Kabarett-Trio Da Huawa, da Maier und I bescheinigte Bauer dann in seiner Rede Charme, Heimatverbundenheit, höchstes musikalisches Niveau und intelligente Pointen.

 

Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte – Überraschung! – auch wieder Tom, der mit "seinen" Stiefschwestern Veronika Kreuzpaintner und Carolin Juretschka, Oschnputtl Eva Petzenhauser und dem Prinzen Sebastian Hagengruber einige Stücke aus dem Musical zum Besten gab und auch darüber hinaus noch als Pianist fungierte.

 

Ein echter niederbayerischer GentlemanDanken wollte er einerseits natürlich dem Publikum, das Oschnputtl unerschütterlich die Treue hält Andererseits gibts da natürlich auch noch ein 30-köpfiges Team, ohne das "dieser Erfolg nie und nimmer möglich gewesen wäre", so Bauer. Das Preisgeld wird er also nur zum Teil in neue Ausrüstung für das Musical investieren können. Der Rest wird zur Ausrichtung eines großen Sommerfests im heimischen Biergarten verwendet. Damit es noch besser und zuverlässiger wird als ohnehin schon. Denn wer weiß, wo die Reise in den nächsten drei Jahren hinführt.


 

Hier der Link zum Artikel aus der Landauer Neuen Presse

 

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