Ein Kühlschrank für den Eskimo

Flip und Kathi beim Anschneiden der AbschiedstorteDer Kühlschrank für das Iglu, die Katzenklappe für die Intensivstation oder der Schminktisch im Kreiswehrersatzamt – es gibt viele überflüssige Dinge auf dieser Welt. Am Samstag schien es in Deggendorf so, dass dieser kaum überschaubaren Liste noch ein weiterer Eintrag hinzugefügt werden sollte: Hans-Peter Zeitler, manchem besser bekannt als grantelnder Alter Täuberich, bekam von Tom Bauer ein „Leberkas-Abo“ überreicht.

„Braucht's des?“, mag da manch einer fragen. Hans-Peter, auch „Flip“ genannt, muss Auftritt für Auftritt fast die ganze zweite Hälfte des Musicals damit verbringen, den königlichen Leberkas zu verputzen. Das tut er regelmäßig mit großem Durchhaltevermögen, ja sogar einer Inbrunst, dass Ernährungswissenschaftler schon Interesse an medizinischen Untersuchungen angemeldet hatten. Naja, er tat es. Denn der Auftritt am Samstagabend in der Stadthalle in Deggendorf war für den Steuerberater aus Gergweis der letzte bei Oschnputtl. Zu groß werden die beruflichen Verpflichtungen – und so ein Musical lässt man nicht einfach mal nebenher laufen. Da dient das Leberkas-Abo immerhin als kleiner Trost und schöne Erinnerung.

Und damit nicht genug, denn noch einen Abschied gab es zu betrauern: Auch Kathrin Kattinger verlässt das Oschnputtl-Team und gab ein abschließendes Mal das liebenswerte, aber übereifrige Junge Täubchen – die Rolle, der sie im Laufe der Entstehung des Musicals entscheidend ihren Stempel aufgedrückt hatte. Man hatte sich schon so sehr an Kathi als schusseliges, weltfremdes Lehrmädchen gewöhnt, dass man darüber leicht vergaß: Diese Frau ist ja eigentlich in echt ganz anders! Nun setzt sie ihr Kulturmanagement-Studium fort – zum Leidwesen des Teams in Ludwigsburg bei Stuttgart. Die Entfernung nach Niederbayern, wo alle Proben stattfinden, ist damit leider zu groß geworden.

Bei solch großen Veränderungen tritt alles Weitere natürlich erst mal in den Hintergrund, obwohl es ja an sich so viel vom Wochenende zu erzählen gäbe: etwa vom großen Andrang auf die Karten, dass für den Freitag quasi vorab noch eine Zusatzvorstellung gegeben wurde. Oder von den Gewinnern des Händlmaier-Gewinnspiels, die uns am Samstag besuchten. Oder wir könnten die Bilder von Oschnputtl-Haus-und-Hof-Fotograf Hans Pollner zeigen, der die vielen Emotionen an beiden Tagen festgehalten hat. Aber alles zu seiner Zeit – all diesen Sachen widmen wir uns noch in einem eigenen Newsbeitrag.

Nach einem Jahr Proben und einem weiteren mit über 20 Auftritten verlässt uns also nun das eingespielte Handwerker-Duo. Zum Abschluss gab es am Samstag für Kathi und Flip (und das ganze Team) standing ovations vom Publikum in der ausverkauften Stadthalle – und vor und hinter der Bühne viele, viele Tränen der Trauer, aber auch der Freude über die gemeinsam verbrachte Zeit. Wir wünschen euch alles auch nur irgendwie vorstellbar Gute auf euren weiteren Wegen, die sich mit dem von Oschnputtl hoffentlich noch häufig kreuzen werden.

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