Oschnputtl gibt Einstand im Theaterhaus

Gute Stimmung: In Eggenfelden gab's den heißesten Auftritt aller Zeiten (Foto: Franz Aichinger)Manchmal muss man die Ereignisse erst mal ruhen lassen. Einen Schritt zurücktreten, um das ganze Bild zu sehen. Das kann ein bisschen dauern, vor allem wenn es – wie im Fall von Oschnputtl in Eggenfelden – ein so buntes Bild ist, ein Wimmelbild ohne versteckten Walter, an dem man sich einfach nicht sattsehen kann.

 

Die Fakten: Über 30.000 Menschen haben Oschnputtl schon gesehen, Anfang Juli kamen in Eggenfelden noch einmal über 1.000 dazu. Ganze drei Aufführungen gab es im Theater an der Rott, also einem Haus, in dem sonst Opern und Theaterstücke zu Gast sind. Aber Oschnputtl geht ja gerne mal an die Grenzen und darüber hinaus – Stichwort Audimax Regensburg, Stichwort Gasteig München – und fand seinen Platz dazwischen.

 

Die erste Aufführung von Oschnputtl in einem echten Theaterhaus war zugleich die heißeste Show aller Zeiten. Der Soundcheck wurde teils im Bikini durchgeführt (von den Darstellerinnen, nicht von den Technikern) und die Bühnencrew zerfloss fast wie die Uhren bei Salvador Dalí. Später, während der Aufführung, kochte der Saal dann regelrecht! Naja, ob wegen der Stimmung oder wegen der Temperaturen jenseits der 30 Grad? Das wissen wir nun wirklich nicht. Allein, dass sich bei schönstem Grillwetter über 1.000 Menschen fanden und ins Theater gingen – das spricht schon für sich, wie wir meinen. Hinterher schaute auf jeden Fall keiner missmutig drein.

 

Roter Samt und bedeutungsvolle Bretter: Das Theater an der Rott (Foto: Franz Aichinger)Und auch der ewige Kreislauf von Willkommen und Abschied, von Griasdi und Pfiati, von Rausch und Durst setzte sich fort: Zum ersten Mal stand in Eggenfelden Lisa Meißner auf der Bühne, als Stieftochter Elvira. Und Annegret Czapek, sonst eigentlich Oschnputtl, gab zum ersten Mal dessen direkte Gegenspielerin, die Mistmatz und Stieftochter Elvira. Wie haben sie's gemacht? „Mit Bravour natürlich“, sagt Tom Bauer. Dem kann man dann eigentlich nicht mehr hinzufügen.

 

Abschied nahmen dagegen Saxophonist und Klarinettist Markus Tschöp und Schlagzeuger Achim „Jetzt gemma erst amoi oane raucha“ Wimmer, beides Bandmitglieder der ersten Stunde. Leider lässt die Zeit es nicht mehr zu, dass sie sich weiter so stark für Oschnputtl engagieren. Und grad für Musiker gilt: Man wird ja nicht jünger. Wir werden die beiden sicherlich nie vergessen (so sehr wir uns auch anstrengen). Vielen Dank euch beiden für Freundschaft und Zeit!

 

Viele fragen sich nach dem Auftritt im Theaterhaus übrigens: Wann schafft es Oschnputtl endlich an den Broadway? Wird Tom Bauer mal in einem Atemzug mit Guiseppe Verdi und Luigi Pirandello genannt? Und was war zuerst da - der Leberkas oder das Fasslbier? Wir sind froh, dass das die Nachwelt entscheiden muss. Das Team vom Theater an der Rott freute sich auf jeden Fall über die irre Truppe. Besten Dank und hoffentlich auf bald!

 

Herren-Solo: Achim Wimmer und Markus Tschöp verabschiedeten sich aus der Band Da fällt der Dirigent in den Orchestergraben: Soundcheck im Bikini Roter Samt und bedeutungsvolle Bretter: Das Theater an der Rott (Foto: Franz Aichinger)Da fällt der Dirigent in den Orchestergraben: Soundcheck im Bikini Roter Samt und bedeutungsvolle Bretter: Das Theater an der Rott (Foto: Franz Aichinger)

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