Oschnputtl im Münchner Schlachthof

tl_files/Daten-Oschnputtl/Bilder/news/schlachthof-styling.jpgHuch, was war denn das? Da wollte Erzähler Tom Bauer am Samstag Abend gerade die letzte Szene einläuten: Oschnputtl kommt vom Ball zurück, ein Schuh weg, das ganze Publikum fragt sich: Wie geht's aus? Spannung am Höhepunkt. Doch da huscht Bühnenhelfer Korbinian Mittermeier durchs Bild und platziert mit einem charmanten "Sorry" auf den Lippen noch schnell den Schürhaken an Ort und Stelle. Das Ganze wirkt so routiniert, dass es fast als geplanter Gag rüberkommt.

Doch wenn die Aufführungen im Schlachthof in München eines nicht sind, dann Routine. So klein die Bühne, auf der zum ersten Mal überhaupt ein ganzes Musical aufgeführt wird. Kein Platz zum Umbau, bei dem hemmungslos improvisiert werden muss. Dazu noch das anspruchsvolle Großstadtpublikum – was juckt da schon ein Schürhaken?

Egal, den Zuschauern gefällts und sie applaudieren begeistert, vor allem auch, weil sie kurz vorher Zeuge des rasenden Umbauspektakels werden, das vom Bühnenteam in neuer Rekordzeit dargeboten wurde. Respekt an dieser Stelle!

Groß war die Nervosität im Team, nachdem Oschnputtl am Freitag Abend in der Abendschau im Bayerischen Rundfunk gezeigt wurde, obendrein gab es in der Sueddeutschen Zeitung noch eine halbseitige Ankündigung. Doch auch die Münchner entpuppten sich als Freunde des hantigen bayerischen Humors – das sieht man schon daran, dass dem Oschnputtl-Team als Verköstigung, na klar, Leberkas vorgesetzt wurde (man mag es kaum glauben, doch bisher hängt er dem Team mitnichten zum Hals heraus!). Auch die Münchner sind Menschen, die gerne lachen. Zweimal ausverkauftes Haus am Freitag und Samstag dürfte hierfür als Beweis genügen.

In der Blutshitze im Schlachthof gab es jedoch auch ein bisschen was zu betrauern: Oschnputtl/Täubchen Judith Bauernfeind trat zum letzten Mal mit auf, da sie aus beruflichen Gründen im Sommer nach Berlin umzieht. Dafür gabs vom trauernden Team artig Rosen geschenkt und vom Münchner Publikum Sonderapplaus. Der Abschied wird uns allen sehr schwer fallen, doch wird sie das Team bestimmt immer wieder mit ihrer Anwesenheit beehren. Und wie schrieb nicht einst ein bekannter Schweizer Musical-Autor (irgendwas mit einem Wolf kam da vor): Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne / der uns beschützt und der uns hilft zu leben. [...] Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! Liebe Judith, viel Erfolg und alles Gute weiterhin!

Hier noch einmal der Link über den Beitrag vom BR

Foto: Tobias Wilde, light4you

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