Oschnputtl sticht in See

Der Oschnputtl-Metzger beim Anrühren der LeberkasmischungNun ist das mit sprachlichen Bildern so eine Sache: Die rosarote Brille gibt es nicht wirklich, sondern nur im übertragenen Sinne, genauso die Mauer des Schweigens, den Herzensbrecher (Gottseidank!) oder die Rabeneltern. Und wer auf dem Bier eine schöne Schaumkrone hat, ist in den meisten Fällen kein König, ja, benimmt sich mitunter sogar recht unköniglich. Damit haben wir uns abgefunden. Beim Wurstkutter fällt das aber ziemlich schwer.

 

Nein, ein Wurstkutter braucht keinen Kapitän, denn der Wurstkutter hat kein Steuerrad. Er hat keinen Ausguck, kein Achterdeck und keine Segel und man kann mit einem Wurstkutter nicht wie einst Alexander von Humboldt den Orinoco flussaufwärts befahren. Und ein Wurstkutter wirft keine Netze aus wie der Fischkutter (um was auch zu fangen?). Wozu dann also eigentlich die Mühe?

 

Mit einem Schiff kann man gar wunderbare Entdeckungsreisen unternehmen, aber auch mit einem Wurstkutter kann man Wunderbares entdecken, z. B. die Freuden der Wurst- und Leberkasproduktion. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Leberkas ist beim Oschnputtl-Team mittlerweile nämlich in exorbitante Höhen geschossen. Man würde ja vermuten, dass sich das Team, das regelmäßig nach den Auftritten den übriggebliebenen königlichen Leberkas aus dem Stück verputzt, langsam an ebendiesem abessen würde. Aber falsch gedacht! Der Leberkashunger steigt immer mehr.

 

Unsere Produktionspartner kommen nicht mehr hinterher und schmeißen das Handtuch. Die Lösung: Der Leberkas wird nun einfach selbst hergestellt – mittels eingens angeschafftem Wurstkutter. (Was das nun ist und woher das kommt, liest man am besten hier nach.) Nebenbei wird so die perfekte Geschäftsgrundlage für die Zukunft geschaffen: Wenn alle Welt sich mit Oschnputtl satt gesehen hat, kann das Team immer noch als fahrende Metzgertruppe auf Tour gehen. Die Einschaltquoten wären garantiert.

 

Bevor es so weit ist, müssen aber doch noch ein paar konventionelle Auftritte absolviert werden, z. B. am morgigen Samstag, den 25. Januar in der Stadthalle in Dingolfing. Karten gibt's leider keine mehr, alles ist ausverkauft. An der Abendkasse können ganz Mutige noch probieren, die nicht abgeholten Karten abzustauben. Wir freuen uns auf morgen und auf jeden einzelnen Besucher – und auf einen grandiosen Start ins neue Jahr!

 

Bild: Seydelmann, Wikimedia Commons (unter CC BY-SA 3.)

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