Teisnacher Hallensause

Teisnacher Turn- und Mehrzweckhalle

Die Deutschen werden ja oft als ordentlich und regelungswütig bezeichnet. Für jede Kleinigkeit gibt es behördliche Richtlinien, damit sich niemand mehr selbst Gedanken machen muss. Manchmal wird aber darauf verzichtet und das geht meistens übel aus – siehe zum Beispiel den Winterschlussverkauf bei Woolworth oder den Kampf um den passenden Liegestuhl am Pool. So sind sie halt, die Deutschen, heißt es dann.

 

Das alles sind natürlich nur Klischees, die allenfalls mal in ferner Vergangenheit einen wahren Kern besessen haben. Ein schönes Gegenbeispiel dafür konnte man zum Beispiel am Sonntag Abend in Teisnach bestaunen: Karten für die ausverkaufte Oschnputtl-Aufführung in der Mehrzweckhalle waren ohne Platznummerierung verkauft worden. Kurz vor 19 Uhr drängten sich dann also rund 900 Zuschauer vor dem engen Eingangsbereich und spekulierten auf die besten Plätze. Zu Handgreiflichkeiten kam es aber nicht: Bereits 15 Minuten später waren die allermeisten Plätze zügig und diszipliniert eingenommen worden.

 

Was lernen wir daraus? Erstens: Es geht doch! Die Handtücher für die Platzmarkierung wurden zu Hause gelassen. Und zweitens: Der durchschnittliche Teisnacher ist ein kontaktfreudiges Wesen. Da wurde aufgestanden, aufgerutscht, Platz gemacht, durchgewunken – und nebenher mal hier, mal da ein Pläuschchen gehalten. Bei so viel freundlicher Stimmung hatten es dann auch die Darsteller nicht mehr schwer, den Funken überspringen zu lassen. Die 21. ausverkaufte Vorstellung steht zu Buche – bei insgesamt 26 gespielten Hallen gar keine schlechte Quote. Demnächst stehen noch das Haus der Generationen in Mallersdorf (5. April) und die Stadthalle Weilheim (26. April) an, bevor wir uns in die wohlverdiente Sommerpause verabschieden. Ganz Verwegene ergattern noch Karten – vielleicht gibts da auf der Bühne auch das eine oder andere neue Gesicht zu sehen. Dazu aber in Kürze mehr.

 

Übrigens: Typisch für das Publikum im Bayerischen Wald ist es bei Oschnputtl anscheinend immer, am heftigsten bei der Handwerker-Schwarz-Abrechnung zu lachen. Zufall? Ganz bestimmt. Mit etwaigen generellen Aussagen ist das ja eh immer so eine Sache.

 

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