Und nun sollen seine Geister...

Der Eine der bekanntesten Geschichten über Dinge, die einem über den Kopf wachsen, erzählt Goethe in seinem vielleicht berühmtesten Gedicht über den Zauberlehrling. Kurz gesagt: Eben dieser Lehrling sorgt in Abwesenheit des Meisters für gehörig Rabatz in der Zauberwerkstatt, verliert aber alsbald die Kontrolle über die zum Leben erweckten Besen, da er den entscheidenden Zauberspruch vergessen hat.

Irgendwie über den Kopf gewachsen sind die Dinge auch bei Tom Bauer und Oschnputtl – allerdings in einem ganz anderen Sinne. Während die Geister bei Goethe nur Chaos und Zerstörung bringen, sorgen die Geister, die der Oschnputtl-Autor entfesselt hat, immer wieder für Überraschungen und schöne Momente. Das erste Planungstreffen für das Projekt Musical, damals noch im sehr kleinen Kreis mit noch wenigen Interessierten, liegt über zwei Jahre zurück. Die Devise dabei: „Schauen wir mal, wohin sich die Sache entwickelt.“

Dass die Sache in Landau schnell Resonanz fand, war allmählich abzusehen. Dass die ganze Truppe aber am Samstag im Carl-Orff-Saal im Münchner Kulturzentrum Gasteig zu Gast war, immerhin eine der renommiertesten Spielstätten Deutschlands und Heimat der Münchner Philharmoniker – das hätte sich damals niemand auch nur im Traum vorstellen können. Entsprechend ehrfürchtig begegnete man dem Ort, der sich als wahres Labyrinth entpuppte und dem ganzen Team beim Zurücklegen der langen Wege einiges an körperlicher Anstrengung abnötigte. Niemand ging verloren und so konnte das Münchner Publikum (dem die Entscheidung pro Oschnputtl und contra Oktoberfest übrigens sehr hoch anzurechnen ist!) einen vergnügten Abend erleben.

Danach wurde gefeiert. Denn auf den Tag genau wurde Oschnputtl nun ein Jahr alt: Am 28. September 2012 fand das Stück seine Premiere in Landau. Dazwischen liegen 18 Aufführungen und eine Reise, die vom Bayerischen Wald ins Alpenvorland, von der Oberpfalz bis an die österreichische Grenze geführt hat. Und die obendrein noch lange nicht vorbei ist, allein 2013 stehen noch neun Auftritte an, sechs in Musical-, drei in Kabarettbesetzung, 2014 wird die Tour fortgesetzt. Die Besen bei Oschnputtl kehren noch gut und tun, was sie sollen. Der Zauber scheint also noch lange nicht vorbei.

 

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